Rechnungs­bericht 2025

Rechnungs-bericht2025

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) blickt auf ein solides Jahr mit positiven Trends bei den Fahrgastzahlen zurück. Die Kosten für die Leistungen der Verkehrsunternehmen konnten stabil gehalten werden und gleichzeitig gab es höhere Verkehrs- und Nebenerträge. Damit konnten die Kostenunterdeckung und der Kostendeckungsgrad des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) im Jahr 2025 verbessert werden: Die Kostenunterdeckung sank auf 396.5 Millionen Franken, während sich der Kostendeckungsgrad auf 65.2 Prozent erhöhte.

 

Für die Jahre 2025 und 2026 bewilligte der Zürcher Kantonsrat einen Rahmenkredit für den ZVV von insgesamt 872 Millionen Franken. Darin wurde für das Jahr 2025 eine Kostenunterdeckung von 404.8 Millionen Franken veranschlagt, was gleichzeitig auch dem Budgetkredit 2025 des ZVV entspricht. Effektiv belief sich das Defizit im Berichtsjahr auf 396.5 Millionen Franken. Somit konnte das Budget 2025 leicht unterschritten werden. Während der Verkehrsertrag unter den ambitionierten Planungsannahmen zurückgeblieben ist, fiel die Entschädigung an die Verkehrsunternehmen geringer aus als noch im Voranschlag angenommen. Insgesamt resultierte so eine Budgetunterschreitung von 8.3 Millionen Franken (-2.1 Prozent).

1 Moderates Wachstum bei der Gesamtnachfrage im ZVV

Das Bevölkerungswachstum im Kantonsgebiet lässt gemäss Angaben des Statistischen Amts Zürich mit +0.8 Prozent oder 13'000 Personen im Vergleich zum Vorjahr weiterhin nach. Bei der Gesamtnachfrage im öffentlichen Verkehr wurde hingegen ein moderates Wachstum von 2.5 Prozent in nahezu allen Gebieten des ZVV verzeichnet. In absoluten Zahlen betrachtet sind die Auswirkungen der Coronakrise damit ausgeglichen, da das Niveau von 2019 im Berichtsjahr um 1.9 Prozent übertroffen werden konnte. Im Vergleich zu 2019 fand jedoch eine Verlagerung des öffentlichen Verkehrs von städtischen auf ländliche Regionen statt. Auf nationaler Ebene verzeichnet die SBB ein Nachfragewachstum, welches sich ebenfalls im Bahnverkehr des ZVV mit einem Plus von knapp zwei Prozent widerspiegelt.

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2 Stabile Kostenseite trotz ausgebautem Fahrplan

Im Vorjahresvergleich hat sich das Gesamtkostenniveau mit total 1'138.1 Millionen Franken (-8.0 Millionen Franken) stabilisiert. Dies ist auf den ersten Blick bemerkenswert, da auf den Fahrplan 2025 das Angebot im ZVV weiter ausgebaut wurde. Zur Stabilisierung beigetragen haben sowohl das Leistungsentgelt an die aufwandfinanzierten Verkehrsunternehmen (-5.3 Millionen Franken) als auch die Abgeltungen an SBB und die übrigen defizitfinanzierten Verkehrsunternehmen (-3.3 Millionen Franken). Bei den Abgeltungen ist der Rückgang primär auf höhere Verkehrserträge bei praktisch gleichbleibenden Verkehrsangebot zurückzuführen. Bei den aufwandfinanzierten Verkehrsunternehmen kommen verschiedene Effekte zusammen. Einerseits nahmen die Produktionskosten infolge der allgemeinen Personal- und Sachkostenteuerung sowie des Angebotsausbaus zu. Gleichzeitig konnte sowohl von tieferen Energie- und Treibstoffkosten als auch von der Entspannung bei den Fremdfinanzierungkosten profitiert werden. Schliesslich wird das Leistungsentgelt aber durch die Auflösung einer Rückstellung von 7.5 Millionen Franken in der ZVV-Rechnung 2025 einmalig entlastet. Ausserdem war der Vorjahreswert durch erhöhte, einmalige Sonderabschreibungen bei den VBZ über 14.5 Millionen Franken belastet. Ohne diese beiden Sondereffekte wäre das Leistungsentgelt im Vergleich zum Vorjahr höher ausgefallen (+16.7 Millionen Franken). Geringfügig höhere Kosten (insgesamt 0.6 Millionen Franken) sind zudem beim Aufwand für die Verbundorganisation und bei der Mehrwertsteuer auf den Nettosubventionen zu verzeichnen.

Aufwand
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3 Einflüsse von HalbtaxPLUS, Einzeltickets und Erlösverteilung

Im Jahr 2025 hat der ZVV – inklusive Z-Pass – Verkaufserlöse aus dem Ticketverkauf in Höhe von 1'001.1 Millionen Franken erzielt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 3.2 Prozent. Es gab weiterhin eine leichte Verschiebung von Abonnementen (primär Jahresabonnementen) hin zu Einzeltickets. Mittlerweile generieren Einzeltickets 50 Prozent der Einnahmen. Mit zu dieser Entwicklung trägt auch das per Dezember 2023 eingeführte HalbtaxPLUS (HTA PLUS) bei. Im Jahr 2025 wurden Einzeltickets im Umfang von 54 Millionen mit dem HTA PLUS bezahlt, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 68 Prozent entspricht.

 

Die Erlöse aus den Pauschalfahrausweisen (General- und Halbtaxabonnemente) und den Streckenbilletten des nationalen direkten Verkehrs (107.9 Millionen Franken) sowie weiterer Tarife und Erlöse (14.2 Millionen Franken) beliefen sich auf 122.1 Millionen Franken. Das entspricht einem Rückgang von -1.6 Prozent gegenüber 2024. Das Ergebnis belastet haben zum einen geringere Einnahmen aus Generalabonnementen, deren Anzahl seit der Einführung des HTA PLUS rückläufig ist. Zum anderen sanken gegenüber dem Vorjahr die Anteile des ZVV bei den Verteilschlüsseln zu den Erlösen aus dem Generalabonnement und dem Halbtax-Abonnement. Insgesamt betragen die Verkaufserlöse aus Fahrausweisen 1'123.2 Millionen Franken. Dies entspricht einer Zunahme von 28.8 Millionen (+2.6 Prozent).

 

Den abgeltungsfinanzierten Verkehrsunternehmen sowie dem Fernverkehr der SBB mussten für die Anerkennung der ZVV- und Z-Pass-Verbundfahrausweise Einnahmenanteile im Umfang von 468 Millionen Franken ausgerichtet werden (+4.3 Prozent). Nach dem Abzug der Mehrwertsteuer betrug der für die ZVV-Rechnung relevante Verkehrsertrag noch 607.2 Millionen Franken (+1.7 Prozent). Zusammen mit den abgelieferten Nebenerträgen der Verkehrsunternehmen sowie weiterer Beiträge im Umfang von 108.6 Millionen Franken ergibt sich ein Totalertrag von 715.8 Millionen Franken.

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4 Finanzielles Ergebnis und Ausblick

Infolge der in den Offerten der aufwandfinanzierten ZVV-Linien des regionalen Personenverkehrs (RPV) eingeplanten höheren Verkehrserlöse haben sich die Beiträge des Bundes und der Nachbarkantone für die Abgeltungen an den ZVV um 1.7 Millionen Franken auf 25.8 Millionen Franken reduziert. Im Total summieren sich die Finanzierungen durch Dritte und der Ertrag auf insgesamt 741.6 Millionen Franken (+1.8 Prozent), welche dem Gesamtaufwand von 1’138.1 Millionen Franken (-0.7%) gegenüberzustellen sind. Somit resultiert eine Kostenunterdeckung 2025 von 396.5 Millionen Franken. Das sind 21.4 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Der Kostendeckungsgrad erhöht sich von 63.5 Prozent auf 65.2 Prozent.

In Millionen Franken

2024

2025

+/-

Leistungsentgelt an Verkehrsunternehmen

1'022.9

1'017.6

-5.3

Abgeltungen an die SBB und übrige Verkehrsunternehmen

99.2

95.9

-3.3

Belastung Mehrwertsteuer

12.7

13.1

0.4

Aufwand Verbundorganisation

11.3

11.6

0.2

Total Aufwand

1'146.2

1'138.1

-8.0

Verkaufserlös aus Fahrausweisen

1'094.3

1'123.2

28.8

Einnahmenanteile

-448.9

-468.0

-19.1

Mehrwertsteuer

-48.6

-48.0

0.6

Verkehrsertrag

596.9

607.2

10.3

Nebenerträge und Beiträge

103.9

108.6

4.7

Ertrag

700.8

715.8

15.0

Finanzierung Nachbarkantone

2.6

2.4

-0.2

Finanzierung Bund

24.9

23.4

-1.5

Finanzierungen durch Dritte

27.5

25.8

-1.7

Total Ertrag und Finanzierungen durch Dritte

728.3

741.6

13.3

Kostenunterdeckung

417.9

396.5

21.4

63.5%

65.2%

 

Für das laufende Jahr ist mit einer deutlichen Verschlechterung des Finanzergebnisses zu rechnen. Dies liegt primär am geplanten Wegfall der sogenannten Vorteilsanrechnung: Seit 1996 erhielt der Kanton Zürich vom Bund Ausgleichszahlungen für die Effizienzgewinne der ersten S-Bahn-Etappe. Da diese Entschädigung 2026 planmässig endet, erhöht sich das Kostenniveau sprunghaft um 45 Millionen Franken. Zusätzlich entfällt aufgrund des neuen CO2-Gesetzes der Anspruch auf die Rückerstattung der Treibstoffzölle im Ortsverkehr. Gleichzeitig werden die geopolitisch bedingten höheren Treibstoffkosten sowie eine leicht unter den Erwartungen liegende Entwicklung der Verkehrserlöse ihre negativen Spuren in der ZVV-Rechnung hinterlassen.